Die Grundlage für die Planung

Die ARGE Franziska Beyeler/Meier Valentin Architektur wurde durch die Verwaltung der SGW mit der Erarbeitung von Plangrundlagen beauftragt. Es freut uns, hier einen Auszug aus den erarbeiteten Grundlagen publizieren zu können. Das vollständige Dossier steht Ihnen hier zur Verfügung:

Zu beachten ist, dass dieses Dokument nur die aktuelle Situation mit den Rahmenbedingungen aufzeigt und darin noch keine Aussagen zum Weiterbauen im Wylergut gemacht werden. Das Bauinspektorat und die Stadtbildkommission wurden im Sommer 2020 über unsere Arbeit informiert und Mitte September 2020 konnten wir Ihnen die Ergebnisse präsentieren.

Stellungnahme der Stadtbildkommission

Anlässlich der Präsentation der erarbeiteten Grundlagen haben wir die Stadtbildkommission gebeten, uns die Rahmenbedingungen für die Strukturgruppe Wylergut bekannt zu geben. Zu beachten gilt, dass die Verwaltung keine Stellungnahmen zu laufenden Baugesuchen seitens der Genossenschafter*innen abgibt, da aktuell ausschliesslich die rechtskräftigen baurechtlichen Rahmenbedingen der Stadt gelten. Wir als Siedlungsgenossenschaft haben unser eigenes Baureglement vor knapp 20 Jahren aufgelöst. Mitte November haben wir die Stellungnahme der Stadtbildkommission erhalten. Gerne publizieren wir hier die wichtigsten Inhalte.

 

Auszug aus der Stellungnahme der Stadtbildkommission SKB vom 10.11.2020

Die SKB bedankt sich für die Initiative der Siedlungsgenossenschaft und die Erarbeitung der wertvollen Grundlage, welche den Charakter des Wylerdörflis präzise analysiert und beschreibt. Sie bedankt sich auch für die Erläuterungen und die Diskussion zu diesem Thema. Sie weist darauf hin, dass das Vorhaben Teil eines längerfristigen Prozesses ist, in dem eine neue Handhabung wichtiger qualitätvoller Siedlungsgebiete erarbeitet werden muss. Mit der lnventarentlassung und der Einteilung des Gebiets in zwei Strukturgruppen ist für das Wylergut eine neue rechtliche Situation entstanden. Dabei ist die Verantwortung für die Entwicklung des Gebiets von der Denkmalpflege auf die Baubewilligungsbehörde und die Stadtbildkommission übergegangen, wobei natürlich die üblichen Mitspracherechte gelten. Die SKB hat mit Zustimmung zur Kenntnis genommen, dass die Siedlungsgenossenschaft seit längerem mit Dialogbereitschaft auf diese Situation eingegangen ist. Damit leistet sie eine Arbeit, welche das Potential hat, eine wesentliche Grundlage für die Handhabung der Strukturgruppen im ganzen Kanton zu werden. Aufschlussreiche Hinweise darüber, was eine Strukturgruppe ist und welche übergeordneten Erhaltungsziele für diese gelten, sind dem Newsletter des kantonalen Bauinventars 4/2017 zu entnehmen: «[…] Die Qualität einer Strukturgruppe liegt hauptsächlich in den übereinstimmenden, prägenden Merkmalen. Ein wesentliches Element ist auch die Umgebungsgestaltung. Damit der einheitliche Charakter und die Qualität einer Strukturgruppe erhalten bleiben, erfolgen Veränderungen nach einheitlichen Regeln für alle darin erfassten Bauten und Aussenräume.» Als wichtige Grundlage im Umgang mit wertvollen Siedlungsgebieten hat in den letzten Jahren das Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz ISOS zunehmende Bedeutung erlangt. Im Umgang mit dem ISOS sind an zahlreichen Orten wertvolle Erfahrungen gesammelt worden, deren gemeinsamer Nenner eine wirksame Qualitätssicherung ist. […] […] Aufgrund der gemeinsamen Diskussion und der in den letzten Jahren eingegebenen Baugesuche können die Entwicklungsabsichten der Eigentümer*innen eingeordnet werden. Ausgehend von diesem Wissen empfiehlt die SKB, Spielregeln zu entwickeln: In welchen Gebieten sollen welche Regeln gelten? Aufstockungen bzw. Dachaufbauten ja oder nein? Nebenbauten und Gebäudeerweiterungen ja oder nein? Empfehlungen zur Materialisierung, Farbgebung und zu Standarddetails, Ansätze zur technischen und energetischen Ertüchtigung etc.

Absichten und Vorgehen der SGW

Die Kommission Siedlungsentwicklung macht sich im Auftrag der Verwaltung im Zusammenhang mit einzelnen Baugesuchen von Einfamilienhausbesitzer*innen und dem anstehendem Sanierungsbedarf bei den Mehrfamilienhäusern Gedanken zur langfristigen ortsbaulichen Entwicklung des Gebiets «Wylergut» sowie zur strukturellen Entwicklung der Genossenschaft. Mittelfristiges Ziel ist es, verbindliche Spielregeln für die bauliche Entwicklung, welche den räumlichen Ansprüchen der Einfamilienhausbesitzer*innen und dem angestrebten Zielbild der SGW für das gesamte «Wylergut» entsprechen, gemeinsam zu definieren. Die Stadtbildkommission unterstützt die Erarbeitung eines entsprechenden Regelwerks. Die baurechtliche Grundordnung der Stadt Bern regelt für alle Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer*innen verbindlich, wie und wo gebaut werden darf. Im Zuge der Bauordnungsrevision wird die Grundordnung in den kommenden Jahren angepasst. Dies bietet der SGW die Chance, ihre Bedürfnisse für die nächsten 15 – 20 Jahre rechtzeitig und angemessen in die revidierte Bauordnung einfliessen zu lassen. Die Kommission Siedlungsentwicklung wird bis zur GV im Mai 2021 einen Vorschlag erarbeiten, wie ein gemeinsamer Prozess aussehen könnte. Dies soll unter Einbezug der unterschiedlichen Interessengruppen der SGW erfolgen. Neben dem strukturellen und dem räumlich-baulichen Entwicklungsprozess ist uns der Kommunikations- und Partizipationsprozess besonders wichtig. Damit wir unsere Anliegen der Stadt formell und fachlich richtig mitteilen können, haben wir zur Verstärkung für die nächsten Schritte bis zur GV ein Raumplanungsbüro beigezogen. Wichtig für alle Mieter*innen in den Mehrfamilienhäusern ist, dass die Wohnsicherheit immer gewährleistet bleibt.